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Als hätte man nichts zu verlieren

Zu Ostern schreibt man eigentlich über das Wiedererwachen der Natur, über neu entstehendes Leben, aber auch über den Tod und wie er vom Leben überwunden wird und endlich seines Schreckens beraubt ist. Dazu muss man aber auch irgendwie in der richtigen Stimmung sein. Im Augenblick bin ich das nicht. Ich muss aber Content generieren, um zu testen. Ob meine neue Blogseite funktioniert. Das hat schon auch etwas mit Wiedererwachen und Neuentstehung zu tun. Natürlich werde ich währenddessen schmerzlich vermisst. In der Küche spielen sie nämlich Karten. Wenn ich nicht mitspiele, ist der Verlierer-Posten nicht besetzt. Das schmerzt natürlich, denn dann verliert man auch mal selbst und nicht immer nur ich.

Aber darum geht es zu Ostern natürlich auch: Ums Verlieren. Nimmand will es, aber einer muss verlieren. Zu verlieren, heißt nicht nur, dass man nicht gewonnen hat. Es gewinnt immer nur einer, aber der Verlierer wird meistens verachtet, obwohl alle anderen auch nicht gewonnen haben. Er trägt die ganze Schande und Schmach des Nicht-Gewonnen-Habens. Stellvertretend für alle. Wie das Osterlamm. Keiner will verlieren, aber gewinnen wollen alle. Das geht natürlich nicht. Nur einer gewinnt und nur einer verliert. Dabei gibt es zwischen diesen beiden Polen nichts, nur Unentschiedenheit, weder Sieg noch Niederlage.

Wenn man das begriffen hat, begreift man auch: Der Verlierer ist der wahre Sieger. Denn: Wer gewinnt, muss etwas festhalten, nämlich seinen Sieg und den kann er wieder verlieren. Wer nichts mehr zu verlieren hat, ist frei. Wer sein Leben festhalten will, der wird es verlieren. Nur wer schon losgelassen hat, der gewinnt, weil er nichts mehr zu verlieren hat. Das ist eigentlich nicht schwer zu begreifen und es heißt natürlich nicht, dass man sich umbringen muss, um zu gewinnen. Sondern nur, so zu leben, als hätte man nichts zu verlieren.

leben_das, leben, verlust

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